Governed Write Path
Der Rückweg in die OT ist absichtlich eng
ZenFactory demonstriert keinen unkontrollierten Agenten auf einer SPS. Ein Eingriff entsteht als begründeter Vorschlag und wird erst nach Policy-Prüfung, menschlicher Freigabe und kontrolliertem Probelauf ausgeführt.
End-to-End-Kette
STEP 1
Messung
Maschinen liefern Zustände über OPC UA, Modbus und Edge-Komponenten.
STEP 2
Analyse
Historian, AAS, Regeln, ML und Optimierung berechnen Befunde und Optionen.
STEP 3
Proposal
Das System formuliert einen Vorschlag mit Current State, Proposed State, Impact und Risiko.
STEP 4
Policy Gate
Deterministische Regeln prüfen Safety, Qualität, Energie, Grenzwerte und erlaubte Schreibpunkte.
STEP 5
Human Approval
Bei relevanten Eingriffen bleibt der Mensch Entscheidungsträger.
STEP 6
Controlled Execution
Nur freigegebene Aktionen laufen als kontrollierter Probelauf mit Canary und Watchdog.
STEP 7
Validation
Expected vs Actual wird gemessen; bei Abweichung ist Rollback möglich.
STEP 8
Audit Ledger
Entscheidung, Evidenz, Gate, Freigabe, Ausführung und Wirkung werden dokumentiert.
Mehrziel-Entscheidung statt Automatik
Ein Vorschlag bewertet Delivery, Durchsatz, Qualität, OEE, Energie, CO₂, Werkzeugverschleiß, Workload, Anlagenzustand und Safety gemeinsam. Die UI zeigt Alternativen und Zielkonflikte, damit eine Freigabe nachvollziehbar bleibt.
Beispiel: Vorschub reduzieren spart Energie und Werkzeugverschleiß, kann aber Durchsatz kosten. Umlagern auf ST030 entlastet ST020, erhöht aber Auslastung und Energie an anderer Stelle.
| Rolle | Darf | Grenze |
|---|---|---|
| AI/LLM | Interpretation, Erklärung, Vorschlagsgenerierung | Keine direkte Maschinenfreigabe |
| Policy Gate | Safety-, Qualitäts-, Energie- und Schreibpunktprüfung | Autoritativ vor Ausführung |
| Operator | Freigabe, Ablehnung, Override | Entscheidung bei genehmigungspflichtigen Eingriffen |
| Edge/Execution | Umsetzung erlaubter Stellgrößen | Canary, Watchdog, Rollback |
Ein Vorschlag von Anfang bis Ende
So durchläuft ein einzelner Vorschlag die Kette — an ST020, dem Engpass von Linie A. Grenzwerte und Fristen stammen aus der Richtliniendatei, die Messwerte sind ein typischer Durchlauf.
| Schritt | Was an ST020 passiert |
|---|---|
| 1 · Measurement | ST020, der Engpass von Linie A, meldet per OPC-UA-Abonnement (250 ms) OEE, Werkzeugverschleiß und Teile/h. |
| 2 · Analysis | Das Regelwerk „Linie A" findet eine Durchsatzlücke: 81 % der möglichen Ausbringung bei 2,3 % Ausschuss und 34 % Werkzeugverschleiß — Konfidenz 0,90 nach 60 Minuten Beobachtung, über der Mindestschwelle von 0,55. |
| 3 · Proposal | ControlState.FeedOverride von 1,00 auf 1,08 — der größte in der Richtlinie erlaubte Schritt (max. 0,08). Erwartung: rund +8 % Ausbringung. |
| 4 · Policy Gate | ST020 zählt als Engpassstation zu den erlaubten Schreibpunkten, der Schritt bleibt innerhalb 0,88–1,14, 15 Minuten Beobachtung und 20 Minuten seit der letzten Änderung liegen vor, der Wert ist nicht gesperrt. |
| 5 · Human Approval | Der Bediener sieht Current State, Proposed State und den Zielkonflikt — mehr Durchsatz gegen etwas mehr Werkzeugverschleiß — und gibt frei. |
| 6 · Controlled Execution | Ein 20-minütiger Probelauf beginnt, mit 4 Minuten Schonzeit. Der Watchdog bricht sofort ab, wenn der Ausschuss 14,0 % erreicht oder die OEE um 0,45 Punkte einbricht. |
| 7 · Validation | Nach 120 Minuten wird die Wirkung gemessen. Ab 60 % der erwarteten Wirkung bleibt der neue Wert stehen, sonst geht er zurück auf 1,00. |
| 8 · Audit Ledger | Befund, Vorschlag, Freigabe, Probelauf und gemessene Wirkung stehen unveränderlich im Ledger — nachvollziehbar, welche Entscheidung auf welcher Messung beruhte. |
Die Bandsäge ZS-100 durchläuft diese Kette nie: Sie hat keine Stellgröße und kein Regelwerk, die Leitebene kann dort nur messen — siehe Datenwege.